Packliste
Packlisten gibt es wie Sand am Meer – und fast alle klingen gleich: Schlafsack, Zelt, Rucksack, fertig. Aber seien wir ehrlich: Wer schon mal tagelang mit dem Rucksack unterwegs war, weiß, dass es oft die kleinen, unscheinbaren Dinge sind, die den Unterschied machen.
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Rucksack packen...
Nicht die üblichen Verdächtigen, sondern kleine Helfer mit großem Effekt
Die Dinge, über die kaum jemand spricht, weil sie auf keiner »offiziellen« Packliste stehen – die aber plötzlich Gold wert sind, wenn du im Regen dein Zelt aufstellen musst, im Matsch nach deinem Göffel suchst oder einfach nur etwas flicken willst, das du im Alltag längst weggeworfen hättest.
Mit jeder Tour ist meine Packliste gewachsen – bei Sonne, Sturm und Dauerregen habe ich ausprobiert, verworfen, ergänzt und das behalten, was unterwegs wirklich funktioniert. Und genau deshalb möchte ich ein paar unscheinbare, aber verlässliche Dinge mit dir teilen, die mir unterwegs wirklich geholfen haben… für ein insgesamt läppisches Fliegengewicht von:
234 GRAMM
1.
Ein Stück dünner Paracord oder ReepSchnur
➜ Ideal, um Wäsche aufzuhängen, Zeltteile zu sichern oder im Notfall gerissene Schnürsenkel zu ersetzen – ein echter Allrounder.
Nach einem Sturm war mein Zelt um eine Schnur ärmer, mit der Ersatzschnur war dieses Problem ruckizucki gelöst und ich konnte das Zelt wieder ordentlich abspannen.
Ich nehme extrem reißfeste Schnur, zum Beispiel diese hier.
= 18 GRAMM
2.
Ein kleiner Karabiner... oder Zwei...
➜ Für Tasse, Müllbeutel oder Schuhe – spart Nerven und hält das Camp ordentlich.
Ich hänge damit alles Mögliche an alles andere Mögliche und habe so immer einen kleinen, praktischen Helfer parat.
Ich schaue, dass sie möglichst leicht sind, zum Beispiel diese hier.
= 10 GRAMM
3.
Ein Stück Isomatte oder ein Sitzkissen
➜ Zum Abstellen heißer Töpfe, als Knieunterlage beim Kochen, oder als bequemer Sitzplatz auf nassem Boden.
Früher bin ich ohne losgezogen, um Gewicht zu sparen – heute würde ich das nicht mehr so machen. Der Komfortbonus ist einfach zu groß.
Wenn ich mit Zelt unterwegs bin, habe ich ohnehin eine »ganze« Isomatte dabei, um meine empfindliche, aufblasbare Matte vor spitzen Steinchen zu schützen. Auf allen anderen Touren packe ich ein kleines Sitzkissen ein. Minimalisten reicht vermutlich ein Stück abgeschnittene Isomatte. ;-)
= 35 GRAMM
4.
Gefrierbeutel oder Zip-Lock-Tüten
➜ Für Müll, nasse Socken oder um Elektronik vor Regen zu schützen – echte Multitalente.
Ich nutze sie auch für Snacks und Mahlzeiten. Alles, was ich unterwegs brauche, kommt bei mir aus der schweren Originalverpackung raus und in eine Zip-Lock-Tüte rein – die ist leichter, platzsparender und viel flexibler.
Und das Beste: Zip-Lock-Tüten lassen sich unendlich oft wiederverwenden. Ich spüle sie zwischendurch aus, danach sind sie quasi wie neu. Richtig – ich werfe sie also nicht nach 1x Gebrauch weg! Je nachdem, wie viele ich mitnehme, wiegen sie zusammen:
= 30-50 GRAMM
5.
Ein bisschen Panzerband / Duct Tape
➜ Zum Flicken von allem Möglichen: Blasenpflaster fixieren, Hosen oder Daunenjacken reparieren oder kleine Risse im Zelt überbrücken.
Ich wickele mir ein bis zwei Meter um meinen Trekkingstock – so habe ich immer einen Vorrat dabei, ohne dass es im Rucksack extra Platz frisst. Gerade unterwegs merkt man schnell, wie praktisch so ein kleines Stück Panzertape sein kann, wenn mal etwas repariert werden muss.
Ich nehme immer wasserdichtes Panzertape. Dieses hier zum Beispiel.
= 20 GRAMM
6.
Ein Mini-Küchentuch oder kleines Microfaserhandtuch
➜ Perfekt, um feuchte Außenwände vom Zelt abzuwischen oder das Geschirr sauber zu machen.
Diese Tücher wiegen kaum etwas und sind superpraktisch unterwegs.
Für mich ist so ein Tuch ein echter Allrounder – schon so oft hat es mir geholfen, morgens das feuchte Zelt abzuwischen oder das Kochgeschirr nach einem nassen Tag schnell sauber zu bekommen.
7.
Not-Gummibänder
➜ Klein, leicht und überraschend praktisch – perfekt, um Kleidung, Beutel oder andere Kleinigkeiten zusammenzuhalten.
Ich hab einfach immer ein paar dabei und nutze sie zum Beispiel manchmal, um Snacktütchen sicher zu schließen oder auch um meinen flatternden Regenponcho zu bändigen, wenn der Wind zu wild wird. Normalerweise liebe ich Ponchos ja – aber ein bisschen Hilfe zwischendurch macht das Ganze deutlich entspannter.
= 3 GRAMM
8.
Salz und Pfeffer oder kleine Gewürzmischung
➜ Für den Seelenfaktor – nichts motiviert mehr als abends das Lieblingsgewürz ins Instantmenü streuen zu können.
Macht meines Erachtens jede noch so fade Nudel erträglicher und kann man übrigens in leichte, kleine Zip-Lock-Beutel füllen.
Und ganz ehrlich: Wenn es draußen regnet, alles klamm ist und die Laune im Keller hängt, kann ein Hauch Lieblingsgewürz mehr Wunder wirken als jede ultraleichte Hightech-Ausrüstung.
Meist nehm ich Gewürzmischungen, da ich sie schlicht praktisch finde.
9.
Ein Stoffbeutel
➜ Für Brot, Snacks, oder um beim Einkaufen unterwegs auf Plastiktüten zu verzichten. (Ist das neben den Zip-Lock-Tüten jetzt Doppelmoral? ;-))
Man könnte ihn übrigens auch nutzen, um abends die Daunenjacke oder andere Klamotten hineinzutun und ihn als Kissen zu nutzen. Ja, das tun manche Wanderer. Hab ich versucht… und drei Tage später mit halbsteifem Nacken ein aufblasbares Kissen nachgekauft. :-/
Wenn im Rucksack noch Platz ist, empfehle ich einen solchen klein zusammenfaltbaren, ultraleichten Tagesrucksack (siehe Foto rechts). Sie sind in vielen Situationen einfach praktisch.
= 25 GRAMM
10.
Ein kleiner Sicherheitsnadel-Vorrat
➜ Repariert Kleidung, ersetzt fehlende Reißverschlussköpfe oder fixiert Ausrüstung provisorisch – klein, leicht und überraschend vielseitig.
Auf meinen Touren hat mir das kleine Set schon oft ausgeholfen: Wenn zum Beispiel die Wäscheklammern an Hütten wieder alle vergriffen waren, habe ich einfach eine Socke oder ein Shirt mit einer Sicherheitsnadel befestigt – hält und spart Nerven. Diese winzigen Dinger haben schon mehr chaotische Situationen gerettet, als man ihnen zutraut
11.
Ein paar Ohrstöpsel
➜ Weil nichts die Stimmung so schnell trübt wie das Schnarchkonzert im Nachbarszelt.
Ich dachte lange, Ohrstöpsel seien überflüssig – schließlich will man nachts ja »alles« mitbekommen (Spoiler: meistens passiert da eh nichts). Nach so mancher Nacht neben einem Zeltnachbarn, der offenbar einen Holzfällerbetrieb führte, wurde mir jedoch schnell klar: Je länger ich unterwegs bin, desto egaler wird mir das – nachts einfach loszulassen und nicht alles mitzubekommen ist völlig okay.
Mein Tipp: Ohrstöpsel beim Akustiker anfertigen lassen. Die passen exakt ins Ohr und bringen dann auch echt was.
= 3 GRAMM
12.
Eine kleine Pfeife
➜ Viele Outdoor-Rucksäcke haben sie bereits im Brustgurt integriert – und trotzdem nutzen sie die wenigsten.
Eine Signalpfeife ist laut, superleicht und funktioniert auch, wenn der Akku vom Handy leer ist. Ideal, wenn du dich im Nebel verlaufen hast oder einfach ein Backup-Signal brauchst. Es muss ja nicht immer gleich das Schlimmste sein, aber im Zweifel rettet sie mehr als nur die Nerven. Check mal, ob an deinem Brustgurt so eine Pfeife ist!
Keine Pfeife am Brustgurt? Kein Problem – separat bekommst du sie überall im Outdoorhandel. Zum Beispiel hier. Auf dem Foto siehst du eine zusammen mit Kompass, Feuerstarter und Rettungsmesser.
13.
Klettverschluss selbstklebend / Klebe-Klettband
➜ Damit lassen sich die Isomatte am Zeltboden oder das Kissen an der Matte fixieren – klein, leicht und praktisch, um alles an Ort und Stelle zu halten.
Ich finde nichts nerviger, als nachts von der Isomatte zu rutschen, weil das Zelt leicht schräg steht – und so um den Schlaf gebracht zu werden! Klett-Klebeband kann hier echt Abhilfe schaffen – zumindest bis zu einem gewissen Neigungswinkel. ;-)
Ich verwende immer extra starkes, selbstklebendes Klettband, das ich mir selbst zuschneide. Dieses hier zum Beispiel.
= 4 GRAMM
14.
travel-Buddy mit emotionalem Support
➜ Meiner heißt Mike. Er ist eine Wandermaus – sagt er.
Mike ist nicht nur ein süßer Reisebegleiter, sondern auch ein echter Seelen-Booster. Meistens lässt er sich zwar von mir tragen, aber in den schwierigen Momenten – wie bei Wildschweinen vorm Zelt oder Gewittern – steht er mir tapfer zur Seite. Perfekt, um sich unterwegs nicht ganz allein zu fühlen. ;-)
Herkunft: Unbekannt.
15.
Glöckchen für die Zelttür
➜ Wenn du alleine unterwegs bist, gibt er ein kleines Signal ab, falls jemand oder etwas ans Zelt kommt. Einfach den Karabiner mit Glöckchen an den Reißverschlüssen befestigen – so fühlst du dich sicherer und schläfst entspannter.
Für mich ist es kein Hightech-Gadget, sondern ein echtes Kopfkino-Stopper-Tool. Schon oft hat es mir nachts ein beruhigendes Gefühl gegeben, ohne dass ich wirklich etwas davon gehört hätte (dank Ohrstöpseln :-D). Allein zu wissen, dass ein kleines Glöckchen Alarm schlägt, reicht völlig.
Du könntest auch direkt eine Bärenglocke nehmen – die erfüllt gleich einen doppelten Zweck.
= 3 GRAMM
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