(Ein) Regenfest
Regen hat einen schlechten Ruf. Zu kalt, zu nass, zu ungemütlich. Und ja – manchmal ist er genau das. Aber manchmal ist er auch still, beruhigend und überraschend schön.
Im Regen wird die Welt leiser. Schritte klingen gedämpft, der Wald schluckt Geräusche und selbst der eigene Atem fühlt sich ruhiger an. Alles riecht intensiver: nach feuchtem Boden, Moos und nassen Blättern. Die Farben wirken satter und tiefer. Hach ja…
Eine meiner besten Wanderungen erlebte ich auf dem West Highland Way in Schottland. Im Oktober. Es regnete – und zwar vom Anfang bis zum Ende. 10 Tage lang. Nur tat das der Tour überhaupt nicht schlecht, im Gegenteil! Das ganze Hochland war eine reine Farbexplosion und wir Wanderer wuchsen zu einer richtig eingeschworenen Gemeinschaft zusammen, die sich auch mal mit trockenen Socken aushalfen oder jemand spendierte eine Runde Trockner abends in der Herberge.
Auf gewisse Weise verhilft Regen auch oft dazu mehr im Moment zu sein – irgendwie hat der ja auch was friedliches und wohltuendes. Damit dieses besondere Gefühl nicht nach zehn Minuten von klammen Fingern oder durchnässten Schultern abgelöst wird, lohnt sich ein kurzer Blick auf die richtige Vorbereitung… denn bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter… nur schlechte Kleidung. Ja, ja, die alte Kamelle.
➜ Übrigens: Ganz nebenbei gebe ich in diesem Artikel noch mein Bekleidungsfachwissen (aus meinem alten Leben als Modedesignerin) bezüglich Thema Wassersäule und Dichtigkeit zum Besten.
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Die ultimative Schlechtwetter-packliste
& Tipps fürs Trockenbleiben beim Wandern im Regen
Trockenbleiben heißt beim Wandern im Regen nicht, komplett wasserdicht zu sein – sondern so vorbereitet, dass Nässe kein Stressfaktor wird.
Ich selbst bin auf meinen Wanderungen so einige Male in starken Regen, Platzregen, Dauerregen und auch Sintflutregen geraten und teile daher hier mit euch meine lang erprobten Tipps und Ausrüstung um auch an langen Wanderungen im Regen Freude zu haben.
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Regenjacke
Eine wasserdichte Funktionsjacke ist das Wichtigste überhaupt.
Sie sollte wirklich regenfest sein, aber gleichzeitig atmungsaktiv. Denn oft kommt die Nässe nicht nur von außen, sondern auch von innen. Wenn sich alles klamm anfühlt, liegt das meist daran, dass Feuchtigkeit nicht gut nach außen entweichen kann und sich in der Jacke staut.
Bestenfalls ist die Jacke so lang geschnitten, dass sie unter dem Hüftgurt des Rucksacks noch etwas herausschaut. Dadurch kann der Gurt die Jacke leicht fixieren, sodass sie beim Gehen nicht nach oben rutscht. So bleibt der untere Rücken besser geschützt und es kann weniger Regen unter die Jacke gelangen.
Eine gut sitzende Kapuze mit Schirm verhindert, dass dir Regen ins Gesicht läuft.
Bei Regenjacken fürs (Weit)Wandern kommt es aber vor allem auf zwei weitere Dinge an: die Wassersäule und den Aufbau der Jacke in mehreren Lagen. Dazu jetzt mehr:
Wassersäule ?!? Ja, Beginnen wir also direkt mit der vollen Dröhnung:
WASSERSÄULE
Die Wassersäule beschreibt, wie wasserdicht ein Material ist. Je höher der angegebene Wert in Millimetern Wassersäule (mmWS), desto besser hält das Material Nässe stand. Konkret zeigt sie, welchem Wasserdruck das Gewebe widerstehen kann, bevor Feuchtigkeit eindringt – 1.000 mm Wassersäule entsprechen dabei ungefähr 0,1 bar.
- Als wasserdicht gilt Funktionskleidung bereits ab einer Wassersäule von 1.300 Millimetern – nun ja, auf dem Papier. In der Praxis schützt sie nämlich eher bei kurzen Regenschauern. Materialien mit niedrigeren Werten gelten als wasserabweisend oder wasserfest und bieten Schutz bei leichtem Regen, kurzen Schauern oder Nebel.
- Die Angabe zur Wassersäule wird allerdings im Labor gemessen. Draußen beim Wandern wirken aber zusätzliche Belastungen wie Rucksackdruck, Bewegung und anhaltender Regen. Deshalb reicht der Mindestwert von 1.300 mm in der Praxis oft nicht aus.
- Es empfiehlt sich für Regenjacken eine Wassersäule von mindestens 10.000 Millimetern, um auch bei längerem und kräftigem Regen trocken zu bleiben.
- Achtung: Mehr Wassersäule bedeutet oft aber auch, dass das Material schwerer ist und weniger Atmungsaktivität bietet.
Ich persönlich bevorzuge Jacken mit 15.000 Milimetern, da ich mehrfach die Erfahrung gemacht habe, dass meine 10.000er Jacke bei langanhaltendem, starken Regen ziemlich schnell durch war.
Regenjacken mit 15.000 mm Wassersäule bewegen sich meist im Bereich von Hardshelljacken, die für zuverlässigen Wetterschutz ausgelegt sind.
Illustration/Grafik: by Rebeccpack
MEINE EMPFEHLUNGEN
Regenjacke: 15.000 bis 20.000 Millimeter
Regenhose: 15.000 bis 20.000 Millimeter
Regenponcho: 5.000 – 15.000 Millimeter, je nach Einsatz.
➜ Jacken ab 15.000 Milimeter Wassersäule findet ihr zum Beispiel hier.
All about Wassersäule?! Nein!
LAGEN & DICHTIGKEIT
Die Wassersäule ist beim Kauf einer zuverlässigen Regenjacke ein echtes Kriterium, aber sie erzählt längst nicht die ganze Geschichte. Für guten Wetterschutz lohnt sich ein Blick auf die Details: sauber verarbeitete Nähte, die Anzahl der Materiallagen und die allgemeine Verarbeitungsqualität spielen eine entscheidende Rolle dafür, wie trocken du unterwegs bleibst.
Gerade bei hochwertiger Outdoorbekleidung geht es also auch um den Aufbau des Materials. Regenjacken werden je nach Konstruktion in 2-Lagen-, 2,5-Lagen- und 3-Lagen-Systeme eingeteilt.
- Für den Alltag oder kurze Spaziergänge reicht meist eine 2-Lagen-Jacke – bequem, zuverlässig und angenehm zu tragen.
- Bist du mit Rucksack unterwegs oder planst längere Touren, empfehle ich 2,5 Lagen: leicht, kompakt und wetterfest.
- Wer oft draußen bei Regen und Wind unterwegs ist oder auf maximale Robustheit setzt, greift zu 3 Lagen – der allerbeste Schutz, aber diese Jacken sind auch etwas schwerer im Gepäck.
Illustration/Grafik: by Rebeccpack
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Schirmmütze oder Cap unter der Kapuze
- Klingt banal, hilft aber enorm:
Entweder trägt man eine Schirmmütze bzw. Cap unter der Kapuze, oder man wählt eine Regenjacke mit einer entsprechend geformten Kapuze, die bereits einen kleinen Schirm integriert hat. Beides sorgt dafür, dass Regen vom Gesicht weggeleitet wird und nicht ständig über Stirn oder in die Augen läuft.
Meine Regenjacke mit 8.000er Wassersäule hat’s nicht gebracht. Ich hatte definitiv schon bessere Tage. :-D
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Und was trag ich unter der Regenjacke?
- Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke
So kannst du besser reagieren, wenn dir warm wird oder du ins Schwitzen kommst. Ein durchnässtes Shirt kühlt schnell aus – ein trockener Schichtwechsel wirkt oft Wunder. Unter der Regenjacke funktioniert das am besten mit einem atmungsaktiven Baselayer und einer leichten Isolationsschicht, die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert.
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Regenhose
- Schutz und Komfort für die Beine
Regenhose mit Reißverschluss am Beinabschluss (meist seitlich bis etwa Kniehöhe) sind sehr praktisch beim Wandern, da man die Hose dadurch auch mit angezogenen Schuhen schnell an- und ausziehen kann. Besonders auf Touren mit wechselndem Wetter ist das ein großer Vorteil, weil man nicht jedes Mal die Schuhe ausziehen muss. Am liebsten trage ich unter der Regenhose übrigens Leggings – so bleibt man auch mit der zusätzlichen Schicht noch gut beweglich.
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Trockenen Fußes...
Trockene Füße während einer Wanderung sind essentiell! Ganz so einfach ist das leider nie.
- Schuhe: realistisch bleiben
Auch wasserdichte Schuhe werden bei Dauerregen irgendwann feucht. Wichtig ist, dass sie warm halten und du trockene Socken dabei hast. Nasse Füße sind unangenehm – aber kein Drama, solange du vorbereitet bist. - Wenn gar nichts mehr geht: Socken wechseln und trockene anziehen. Danach den Fuß in eine Plastiktüte stecken, bevor du wieder in den nassen Schuh schlüpfst. Die Tüte dient als Barriere und verhindert, dass die frischen Socken sofort wieder durch den nassen Schuh durchnässen. Ja, es wird sich wahrscheinlich ein bisschen schwitzig anfühlen – aber immer noch deutlich besser als klatschnasse Socken.
- Mein Toptipp: wasserdichte Socken!
Mein absoluter Gamechanger waren wasserdichte Socken. Ich nutze diese hier. Sie sind doppellagig aufgebaut: Die äußere Schicht hält Wasser zuverlässig fern, während die innere Schicht angenehm am Fuß liegt. Anfangs war ich skeptisch, ob man darin nicht stark schwitzt – tut man aber nicht. Die Innenlage sorgt dafür, dass Feuchtigkeit gut abgeführt wird und sich das Tragegefühl überraschend angenehm bleibt.
Wasserdichte Socken
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...sollte ich auch meine Hände schützen?
- Unbedingt!Nasse, kalte Hände machen es schnell ungemütlich und nehmen dir viel Gefühl und Feinmotorik. Dünne, wasserabweisende Handschuhe oder einfache Überhandschuhe können hier schon viel bringen und halten deutlich länger warm, als man denkt. Wichtig ist vor allem, dass der Wind draußen bleibt – der kühlt die Hände oft stärker aus als der Regen selbst. Bei stärkerem Regen funktioniert oft auch die Kombination aus dünnem Innenhandschuh und leichtem, wasserabweisendem Überhandschuh am besten. Der Innenhandschuh sorgt für Wärme, der Überhandschuh schützt vor Nässe.
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EIn Herz für Ponchos
Wieso ich sie liebe
Der Regenponcho ist für mich eine perfekte zusätzliche Schicht. Er funktioniert auch dann noch gut, wenn es warm ist und trotzdem regnet – genau in den Situationen, in denen klassische Regenjacken schnell zu sehr aufheizen. Unter dem Poncho kann man übrigens auch problemlos kurze Hosen tragen, damit sich keine Feuchtigkeit von unten in eine lange Hose zieht und sich unbemerkt nach oben ausbreitet.Das Anziehen ist manchmal irgendwo zwischen »etwas fummelig« und »kurz vor Nervenzusammenbruch«, besonders wenn man alleine unterwegs ist. Aber man findet Wege, sich dabei zu helfen… oder helfen zu lassen. Modelle mit durchgehendem (wasserdichtem) Reißverschluss sind dabei besonders praktisch: Man kann sie bei Bedarf und/oder bei schwächerem Regen auch offen lassen und so für bessere Belüftung sorgen.
Auch bei Regenponchos lohnt sich ebenfalls ein Blick auf die Wassersäule. Durch den lockeren Schnitt ohne starken Materialdruck reicht hier meist eine geringere Wassersäule als bei Jacke oder Hose. Wenn der Poncho zusätzlich über einer Regenjacke getragen wird (Achtung: Schwitzgefahr!), genügt oft der untere mmWS-Bereich. Wird er hingegen als alleiniger Wetterschutz getragen, sind höhere Werte bis etwa 15.000 mm für längere Weitwanderungen und Starkregen sinnvoll.
Ein weiterer Vorteil: Der Poncho passt oft sogar über den Rucksack. Dadurch schützt er nicht nur den Rucksack selbst, sondern auch Schulter- und Hüftgurte – genau die Bereiche, die sonst gerne vergessen werden. Oft sind das die eigentlichen Schwachstellen: Regen läuft seitlich oder von oben in die Tragebereiche hinein, die von einer klassischen Regenhülle nicht vollständig abgedeckt werden. Genau deshalb wird ein Rucksack manchmal trotz Cover irgendwann doch nass.
Bei starkem Wind kann ein Poncho allerdings ordentlich anfangen zu flattern – das ist der klare Nachteil gegenüber enger anliegenden Jacken. In manchen Fällen kann ein bisschen Tape oder improvisiertes Fixieren helfen, ihn in Zaum zu halten.
➜ Regenponchos gibt es in vielen Varianten – manche lassen sich sogar ganz einfach als Tarp nutzen. Schau am besten, was für dich passt: mit oder ohne Reißverschluss, mit Platz für den Rucksack, knielang oder länger, mit Jacke kombinierbar oder solo tragbar. Hier findest du eine Auswahl an Regenponchos für kurze und lange Wanderungen.
Ein Herz für Ponchos! Vor allem jene mit (wasserdichtem!) Reissverschluss
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Schütze dein Hab und Gut!
- Rucksack und Inhalt schützen
Ein Regenschutz für den Rucksack ist hilfreich, aber bei starkem oder längerem Regen oft nicht vollständig zuverlässig. Deutlich sicherer sind wasserdichte Packsäcke oder einfache Müllbeutel im Inneren. So lässt sich die Ausrüstung deutlich besser vor Nässe schützen – auch wenn der Rucksack außen komplett durchnässt ist. - Was ich mit »Müllbeutel« meine
Ich nutze im Rucksack einen großen, stabilen Müllbeutel als Innenhülle. Er ist so groß, dass er den gesamten Inhalt aufnehmen kann. Alles kommt hinein, und oben wird er zusammengedreht oder verschlossen. So entsteht eine einfache, aber sehr effektive Barriere gegen Nässe. - Wechselkleidung »unantastbar« verpacken
Ein trockenes Shirt oder trockene Socken wirken bei Regen fast wie Luxus. Umso wichtiger ist es, diese wirklich wasserdicht zu verstauen – am besten doppelt verpackt (z. B. Packbeutel plus Müllbeutel). - Besonders empfindliche Dinge (z. B. Papiere und Elektronik) gehören immer nach innen und zusätzlich geschützt.
➜ Übrigens habe ich nach vielen Touren diese Packbeutel für gut und zuverlässig befunden. Es gibt sie in verschiedenen Größen.
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Der Schirm – sinnvoll oder überflüssig?
Meine persönliche Erfahrung im Gelände
Ich bin ehrlich: Ich bin kein großer Fan davon. Ein Schirm kann zwar bei leichtem bis mittlerem Regen grundsätzlich funktionieren, aber beim Wandern stört er mich oft mehr, als er hilft. Vor allem das Befestigen am Rucksack, wenn man ihn gerade nicht aktiv in der Hand halten will, ist für mich unpraktisch und fummelig. Es gibt dafür spezielle Klipp-Systeme, aber die konnten meine Meinung nicht ändern. ;-)Dazu kommt, dass ein Schirm stark windanfällig ist – und gerade in offenen Landschaften oder auf exponierten Wegen schnell an seine Grenzen kommt, vor allem wenn der Regen eher seitlich kommt. Außerdem bleibt man damit leicht an Ästen oder Sträuchern hängen, wenn der Weg enger wird oder durchs Gelände führt.
Trotzdem gibt es Leute, die genau darauf schwören, gerade bei moderatem Regen und weniger Wind. Für mich persönlich überwiegen aber die Nachteile.
➜ Ich habe diesen hier, da er hervorragend als Sonnenschirm (LSF 50+) funktioniert. ;-)
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Achtung Halstuch und andere »Saugschwämme« am Körper
Die heimlichen Wassereinfalls-Tore
Schütze alles, was sich mit Wasser vollsaugen kann: Tuch um den Hals, Ärmel, die aus der Jacke herausragen, oder auch Socken. Ehe man sich versieht, arbeitet sich die Nässe Stück für Stück weiter – ins Longsleeve, in die Leggings unter der Regenhose oder noch weiter nach innen. Brrr!Regen findet fast immer einen Weg nach innen. Deshalb lohnt es sich, auf kleine Details zu achten: Jackenärmel enger stellen, Hosenbeine über die Schuhe ziehen und generell darauf achten, dass keine offenen »Einfallstore« bleiben.
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Pausen
- …sind immer gut, aber auch bei Regen?
Sobald man stehen bleibt, kühlt der Körper deutlich schneller aus – vor allem bei Wind und Nässe. Deshalb lieber öfter kurz anhalten, statt eine lange, komplett durchnässte Pause einzulegen.
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Pausen machst du am besten an geschützten Orten, etwa in einer Hütte, unter einer dichten Baumgruppe oder an ähnlichen Plätzen. Versuche außerdem nicht komplett »auszukühlen«: beweg dich zwischendurch ein bisschen, richte den Rucksack, kreise die Arme, zieh die Jacke nach oder geh ein paar Schritte. Kleine Bewegungen reichen schon, um die Körperwärme besser zu halten.
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Pausen also lieber kurz und kontrolliert. Drück dir wenigstens auch noch einen Nussriegel rein. Der liefert Energie und gibt zumindest ein kleines bisschen »innere Wärme« zurück – auch wenn das eher gefühlt als gemessen ist.
Bei starkem Regen in den Alpen suche ich mit weiteren Hikern Zuflucht in dieser winzigen Schutzhütte.
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Fusspuder
- Hilfe bei nassen FüßenFalls die Füße doch mal nass geworden sind, hilft Fußpuder oder Babypuder nach einem langen Tag enorm. Die Füße kurz abtrocknen und etwas Puder auftragen – es bindet Restfeuchtigkeit, reduziert Reibung und sorgt dafür, dass sich die Haut wieder trockener und angenehmer anfühlt. Besonders praktisch, bevor man in trockene Socken oder den Schlafsack steigt.
➜ Zum Beispiel meine ich dieses hier.
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REGENJACKE PFLEGEN
So bleibt sie dauerhaft wasserdicht
Damit deine Regenjacke langfristig wasserdicht bleibt, ist die richtige Pflege entscheidend. Schmutz, Schweiß und Fett können die Atmungsaktivität und die wasserabweisende Oberfläche stark beeinträchtigen. Deshalb solltest du die Jacke regelmäßig nach Herstellerangaben waschen – am besten mit einem speziellen Funktionswaschmittel und ohne Weichspüler. Anschließend kann die Imprägnierung bei Bedarf erneuert werden, damit Wasser wieder gut abperlt. Wichtig: Nur eine saubere Jacke kann wirklich gut funktionieren.
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Die Route
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Route clever wählen
Breite Forststraßen, Wirtschaftswege oder gut ausgebaute Waldwege sind bei Regen oft die bessere Wahl. Sie trocknen schneller ab und lassen sich deutlich angenehmer gehen als schmale, technische Trails. -
Auf schmalen Pfaden sammelt sich Wasser dagegen schnell in Mulden, zwischen Wurzeln und in kleinen Senken – dort bleibt es oft lange nass und wird richtig matschig. Auch das Umfeld macht einen Unterschied: Offene, windige Abschnitte trocknen meist schneller als schattige, eingeschnittene Wege im Wald.
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Ich achte außerdem immer auf den Untergrund: Lehm wird bei Regen schnell rutschig, während kiesige oder steinige Wege oft deutlich besser begehbar bleiben. Besonders vorsichtig bin ich bei nassen Wurzeln und glatten Steinen – die können nämlich auch fies werden.
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Schau dir auch an, wie das Wasser über den Weg läuft. Viele Wege werden bei Regen zu kleinen Rinnen oder gar Bächen. Oft hilft es schon, leicht versetzt oder auf der etwas höheren Seite zu gehen.
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Wenn es möglich ist, passe ich meine Route bei Regen an oder nehme kleine Umwege in Kauf. Oft macht schon ein kurzer Wechsel auf einen besser laufbaren Weg einen riesigen Unterschied.
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Gold wert
- Ein kleines Handtuch oder Buff einpacken
Ein kleines Mikrofasertuch oder ein Buff lohnt sich bei Regen fast immer. Damit lassen sich Hände, Gesicht oder auch die Jacke vor einer Pause schnell vom Regenwasser befreien. So startet die Pause trockener und deutlich angenehmer.
Winzig im Rucksack – aber ein echter Komfortgewinn unterwegs.
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It is what it is – oder die sache mit der einstellung
- Akzeptieren, dass ein bisschen Nässe dazugehört
Klingt widersprüchlich, hilft aber mental enorm: Akzeptiere, dass bei Regen eine gewisse Nässe dazugehört. Ziel ist nicht absolute Trockenheit, sondern ein gutes Gefühl trotz der Bedingungen. Wer diese Erwartung loslässt, bleibt entspannter und kann das Wandern auch bei schlechtem Wetter genießen. Vielleicht ist die Frage weniger, wann es ‚zu viel Regen‘ ist, sondern eher, was überhaupt schlechtes Wetter bedeutet – und welche schönen Seiten es darin geben kann.
Wie schön doch »schlechtes Wetter« sein kann…
Wandern im Regen ist am Ende oft weniger eine Frage der perfekten Ausrüstung als eine Frage der Haltung. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Es muss nicht alles trocken und bequem sein, damit eine Tour gut wird. Manchmal entsteht gerade durch das Unperfekte ein ganz eigener Charakter – ruhiger, intensiver, ehrlicher. Regen zwingt ein bisschen dazu, langsamer zu werden, genauer hinzusehen und die Dinge so zu nehmen, wie sie gerade sind. Und genau darin liegt oft der eigentliche Reiz.
Bild 1: Regen, kaum Pilger:innen unterwegs – und rückblickend einer der schönsten Tage auf dem Camino.
Bild 2: Bei Dauerregen erreiche ich Fort William auf dem WHW in Schottland. Es war fantastisch!
Hast du Anregungen, Kritik oder Fragen zum Wandern bei Nässe und Regen?
Schreib mir gerne in den Kommentaren! Ich freue mich von dir zu lesen.
Weiterführende Links
Du möchtest mehr über Schottland und den West Highland Way wissen und wie du dich optimal vorbereitest?
➜ In meinem Blog-Beitrag »Der West Highland Way-Tipps vom Profi« gebe ich Empfehlungen zu den Etappen, Snacks und Ausrüstung.
➜ Hier gibt es mehr über das berühmte Wetter auf dem West Highland Way. ;-)
